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Bank of America: Nach diesen Diagrammen steuert die Wirtschaft auf eine Rezession zu

Olaf Gunzhalter
21. 4. 2023
4 min read

Werfen wir einen Blick auf die heutige wirtschaftliche Situation in Form von Diagrammen und Statistiken. Wir können zwar nicht genau sagen, ob es hier zu einer Rezession kommen wird oder nicht, aber andererseits können uns ein paar Statistiken und Diagramme einen Hinweis geben. Lohnt es sich, im Moment vorsichtig zu sein? Werfen wir einen Blick darauf.

In letzter Zeit hat die Angst vor einer Rezession einen Höhepunkt erreicht, und Experten warnen vor einer Abschwächung der US-Wirtschaft. Obwohl der Arbeitsmarkt und die Verbraucherausgaben robust geblieben sind und sich eine Rezession noch nicht manifestiert hat, hat die Bank of America mehrere Signale identifiziert, die darauf hindeuten, dass die USA auf eine Rezession zusteuern.

März ISM und die Komponente Auftragseingänge

ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe

Der ISM-Einkaufsmanagerindex für März lag bei 46,3 und damit auf dem niedrigsten Stand seit Mai 2020. Historisch gesehen bedeutete ein Rückgang dieses Index unter 45 in 11 von 12 Fällen in den letzten 70 Jahren eine Rezession. Wie wir also sehen können, sind wir jetzt nur noch kurz von diesem Punkt entfernt, an dem die Wirtschaft in den meisten Fällen in eine Rezession gefallen ist.

Auftragseingangsindex

Die Auftragseingangskomponente des ISM für das verarbeitende Gewerbe fiel auf 44,3. Wenn die Auftragseingänge unter 45 lagen, waren sie zeitlich mit einem rezessiven EPS (Gewinn pro Aktie) korreliert. Wie ist dies möglich? Wenn die Auftragseingänge zu sinken beginnen, dann beginnen auch die Unternehmensgewinne zu sinken. Da die Gewinne sinken, wird das Wachstum dieser Unternehmen gebremst, und damit auch das Wachstum der Wirtschaft.

BofA Global EPS Wachstumsmodell

BofA Global EPS-Wachstumsmodell

Das BofA Global EPS Growth Model prognostiziert bis August einen Rückgang des Gewinns pro Aktie um 16 % im Vergleich zum Vorjahr. Das Modell wird von den asiatischen Exporten, den globalen Einkaufsmanagerindizes (PMI), den finanziellen Bedingungen in China und der US-Renditekurve beeinflusst. Wie wir sehen können, erwartet die Bank of America einen Rückgang der Unternehmensgewinne. In den letzten 25 Jahren sind die Gewinnerwartungen insgesamt sechs Mal gesunken, drei davon haben die Märkte stark nach unten gezogen.

Die Renditekurve und Rezessionserwartungen

Die Renditekurve der 2-jährigen/10-jährigen Staatsanleihe

Die Renditekurve der 2-jährigen/10-jährigen US-Staatsanleihe wird flacher und kehrt sich um, ein weiterer Indikator für Rezessionserwartungen. Diese Abflachung der Kurve deutet darauf hin, dass die Anleger davon ausgehen, dass die kurzfristigen Zinsen in naher Zukunft niedriger sein werden als die langfristigen Zinsen.

Ein erneuter Blick auf das Diagramm zeigt, dass dieses Phänomen bereits vor der Rezession auftrat oder zumindest der Aktienmarkt unter Druck geriet.

Verschärfte Kreditbedingungen und die Auswirkungen auf kleine Unternehmen

Verfügbarkeit von Krediten und die Zahl der neuen Arbeitslosenanträge

Die US-Banken haben die Kreditvergabestandards für kleine Unternehmen verschärft, was mit der Nachfrage kleiner Unternehmen nach Arbeitskräften zusammenhängt. Dieser Schritt kann die Fähigkeit kleiner Unternehmen beeinträchtigen, Finanzierungen zu erhalten, und kann sich negativ auf die Gesamtwirtschaft auswirken. Kleinere Unternehmen sind hiervon stärker betroffen und könnten als Spätfolge Entlassungen erleben.

Anlegerstimmung zu Zinssätzen und Rezession

Nach Ansicht der Bank of America sind die Anleger zu optimistisch, was Zinssenkungen angeht, und nicht pessimistisch genug, was die Rezession angeht. Diese Haltung kann zu falschen Risikoeinschätzungen und schlechten Investitionsentscheidungen führen. Rezessionen wirken sich in der Regel zuverlässig negativ auf die Aktienmärkte aus und werden im Voraus nur unzureichend diskontiert, so dass die Anleger ihre Auswirkungen auf die Märkte häufig unterschätzen.

Nach Ansicht der Bank of America gibt es für den S&P 500 noch reichlich Spielraum für einen weiteren Rückgang. Diese Prognose berücksichtigt die aktuellen Wirtschaftsindikatoren und die erwarteten Auswirkungen der Rezession auf die Märkte. Die Anleger sollten sich auf einen möglichen Abschwung vorbereiten und die Wirtschaft genau beobachten.

Fazit

Auch wenn sich der Arbeitsmarkt und die Verbraucherausgaben bisher als widerstandsfähig erwiesen haben, müssen die Warnzeichen, die auf eine bevorstehende Rezession hindeuten, ernst genommen werden. Experten warnen vor einer Verlangsamung der US-Wirtschaft, die sich negativ auf Aktien und den Gesamtmarkt auswirken könnte. Die Anleger sollten vorsichtig sein, die wichtigsten Wirtschaftsindikatoren beobachten und ihre Anlagestrategien an diese potenziell turbulente Zeit anpassen.

WARNUNG: Ich bin kein Finanzberater, und dieses Material stellt keine Finanz- oder Anlageempfehlung dar. Der Inhalt dieses Materials ist rein informativ.


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